Essen der Kindheit bestimmt Gewicht

Manche können essen, was sie wollen, ohne dass sie zulegen.
Andere haben das Gefühl, sie müssten Schokolade nur ansehen, um zuzunehmen.
Veranlagung und Verhalten spielen dabei eine wichtige Rolle.
Aber auch, was in der frühen Kindheit auf den Tisch kam.

Das zeigte Raylene Reimer von der Universität von Calgary.
Die Wissenschaftlerin geht der Frage nach, wie Krankheiten entstehen, und warum manche Menschen mit bester Gesundheit und einer schlanken Linie gesegnet sind.

Sie nimmt an, dass der Grundstein für die spätere körperliche Verfassung bereits im Mutterleib gelegt wird.
Auch den Einflüssen, denen Kinder ausgesetzt sind, schreibt sie eine grosse Rolle für die spätere Gesundheit zu – allen voran, was kardiovaskuläre Erkrankungen, Übergewicht oder Diabetes anbelangt.

Proteinreiche Ernährung begünstigt Übergewicht, Raylene Reimer stützte ihre These durch Versuche an Ratten.

Sie zog die Nager von klein an auf und teilte sie schon früh in drei Gruppen ein:

Die eine erhielt sehr proteinreiches Futter, die andere sehr ballaststoffreiches, die dritte Gruppe bekam eine normale Futtermischung.

Nachdem die Labortiere ausgewachsen waren, setzte die Forscherin sie alle auf die gleiche Kost, die extrem fett- und zuckerreich war – etwa so ungesund wie viele Gerichte in westlichen Ländern.
Die Unterschiede waren deutlich: Die Ratten, die proteinreich aufgewachsen waren, nahmen viel stärker zu als die ehemals ballaststoffreich gefütterten Tiere.
„Meine Forschung hat gezeigt, dass unser Essen die Aktivität bestimmter Gene im Körper verändert. Besonderen Einfluss hat es auf die Gene, die kontrollieren, wie unser Körper Nährstoffe speichert und verbraucht“, sagt Raylene Reimer.
Besonders stark sei der Einfluss auf die Ausschüttung der Sättigungshormone, auf die Stoffwechselwege und die Kontrolle des Blutzuckerspiegels.