Warum Diäten oft scheitern

Wer abnehmen will, zwingt den Körper gegen sein genetisches Programm zu arbeiten.
Schlank zu sein ist evolutionsbiologisch gesehen nämlich Unsinn, weil das Prinzip „Reserven bilden“, also Fettpolster, das Überleben sicherte.
Das macht das Abnehmen so schwierig.

Die Beipackzettel von Diätpillen und Abspeckpulvern versprechen, dass Abnehmen ein Kinderspiel ist. Einfach täglich eine Tablette schlucken, dann ignoriert der Körper die Kalorien aus Schweinshaxe und Sahnetorte, die Pfunde schmelzen wie von selbst.
Die Wirklichkeit sieht anders aus. Wer auf Diätversprechen wie „fünf Pfund in fünf Tagen“ setzt, wird enttäuscht.

Langfristig abzunehmen ist auch deshalb so schwer, weil die meisten Diäten nicht alltagstauglich sind.
Mit Verboten oder strengen Regeln kann Abnehmen nicht langfristig klappen.
Ebenso verhält es sich mit stark kalorienreduzierten Diäten.
“ Derartige Ernährungsprogramme drosseln die Kalorienzufuhr oft unter den täglichen Kalorienbedarf, den die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt.
Das sind 2000 kcal für Frauen und 2500 kcal für Männer.

Wer über Wochen oder Monate weniger isst, gaukelt seinem Körper eine Notsituation vor.
Als Folge fängt er an, Energie zu sparen.
Bis zu 50 Prozent weniger Stoffwechselverbrauch sind dabei möglich.

Sobald das Zielgewicht erreicht ist und wieder die gewohnten Speisen auf den Tisch kommen, geht das Gewicht nach oben.
Das ist der berüchtigte Jo-Jo-Effekt, der das Abnehmen so schwer macht.
Dann greift nämlich wieder der Urinstinkt des Körpers, für die nächste Notzeit Reserven zu bunkern, und der Teufelskreis beginnt von vorn.

Bei Übertreibungen können Diäten zu einer Essstörung führen.
Deshalb raten Mediziner des Universitätsklinikums Bonn, von kurzfristigen Radikaldiäten ab.
Frauen sind dabei besonders gefährdet, so die Experten.