Was machen wir?

Es gibt auch keine „One-size-fits-all-Diät“, also „eine Diät für alle“, mit der jeder gleichermaßen erfolgreich ist.

Aktuelle Diätstudien zeigen, dass immer nur eine gewisse Anzahl Übergewichtiger mit einer bestimmten Diät (plus Bewegung und Verhaltensänderungen) erfolgreich ist.

Diätkonzepte mit Verhaltensspielräumen und ohne Verbote oder absolute Gebote sind langfristig grundsätzlich erfolgreicher.
Sie verhindern Essanfälle, die beim Überschreiten von Verboten oder absoluten Geboten typischerweise über die Denkschablone „Ich habe es schon wieder nicht geschafft, jetzt ist es auch egal!“ ausgelöst werden.

Darum gibt es bei uns keine Nährstoff-Empfehlungen:

Einige Diäten empfehlen ein bestimmtes Verhältnis zwischen Kohlenhydraten, Eiweissen und Fetten an der Kalorienaufnahme. Wir verzichten ganz bewusst darauf.

Die Kalorien in unseren Lebensmitteln stammen aus Kohlenhydraten, Eiweissen und Fetten. Der übergeordnete Begriff dafür lautet Makronährstoffe. Vitamine, Mineralien und Spurenelemente werden Mikronährstoffe genannt. Sie liefern keine Energie, also keine Kalorien, aber der Körper braucht sie für seine Funktionsfähigkeit. Viele Ernährungsberater empfehlen ein bestimmtes Verhältnis zwischen Kohlenhydraten, Eiweissen und Fetten an der täglichen Kalorienaufnahme, zum Beispiel 55 bis 60 Prozent Kohlenhydrate, 10 bis 15 Prozent Eiweiss und 25 bis 30 Prozent Fette.

Prozentangaben für Nährstoffe zu abstrakt

Das Problem: Diese Empfehlungen sind sehr abstrakt. Kein Mensch rechnet den prozentualen Anteil der Makronährstoffe in seiner Ernährung aus. Das bestätigt unter anderem eine Analyse durch Professor Volker Schusdziarra von 7.500 Ernährungsprotokollen . Diese hat ergeben, dass die Verteilung der Makronährstoffe in weniger als 2 Prozent der Verzehrtage der empfohlenen Verteilung entspricht. Die Durchschnittswerte von 20 Verzehrtagen stimmen jedoch wieder mit der Empfehlung überein.

Empfehlenswert ist eine ausgewogene Mischkost

Das bedeutet: Bei einer normalen, ausgewogenen Mischkost pendelt sich der Anteil an Kohlenhydraten, Eiweissen und Fetten sozusagen automatisch auf das empfohlene Verhältnis ein. Darum ist es nicht nötig, den Makronährstoff-Gehalt für jedes Lebensmittel auszuweisen. Die Erfahrung zeigt, dass dies die meisten Menschen nur verwirrt und nicht beim Abnehmen unterstützt.

Tagesdosis für Vitamine und Mineralien

Auch für Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente gibt es genaue Empfehlungen für die Tagesdosis bei Kindern und Erwachsenen.
Auch hier gilt: Diese Empfehlungen sind richtig und wichtig – aber kein Mensch rechnet sich in der Praxis aus, mit welchen Lebensmitteln er die empfohlenen Werte erreicht.
Das ist auch nicht so schlimm, denn: „Bei gesunden Menschen, die sich ausgewogen ernähren, entsteht in der Regel kein Mangel“, sagt Professor Johannes Erdmann (Ernährungsmediziner, Münchner Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München).

Übergewicht ist ein Energieproblem

Übergewicht ist ein Energieproblem, kein Mikronährstoff-Problem.

Ernährung langfristig umstellen

Um langfristig Gewicht zu reduzieren, muss man nicht die Menschen der Diät, sondern das Essen den Gewohnheiten des einzelnen Menschen anpassen.

Wer hungert, hält nicht lange durch

Aber wer hungert, hält nicht lange durch. Darum ist die Essensmenge beim Konzept von 90-Days-change zentral. Denn Sättigung hängt fast ausschliesslich von der Menge der Nahrung ab. „Selbst bei sehr kalorienreichen fetthaltigen Speisen, die lange im Magen bleiben, wird bei der Folgemahlzeit im Durchschnitt genauso viel gegessen“, sagt Professor Johannes Erdmann. Auf Basis von rund 12.000 ausgewerteten Ernährungstagen haben die Experten die durchschnittliche Essensmenge errechnet. Sie liegt zwischen 1100 und 1200 Gramm. So viel brauchen wir in der Regel, um satt zu werden.

Essensmenge darf beim Abnehmen nicht sinken

Die Essensmenge darf darum auch beim Abnehmen nicht sinken.

Individuelle Ernährungsumstellung heisst, aus dem „alten Essenstrott“ durch schrittweise Veränderungen einen „neuen Essenstrott“ zu entwickeln, der durchaus auch kalorienreiche Lieblingsspeisen enthalten darf.